Einen Tag weniger arbeiten. So sieht das Konzept der 4-Tage Woche in vereinfachter Form aus, welches einige Firmen schon verfolgen. Doch was die sind Vor- und Nachteile? Und was halten junge Arbeitnehmer*innen aus der Region davon?
Strähnchen färben, Haare tönen, Pony schneiden: So sieht der Arbeitsalltag von Patricia aus. Die 28-Jährige arbeitet seit 2025 im Friseursalon Arif Tombas. Das Besondere dabei ist, dass ihre Arbeitswoche nur vier Tage umfasst. Die Mitarbeiter*innen arbeiten also nach dem Modell der Vier-Tage-Woche. Seit 2021 gibt es diese Möglichkeit beim Friseursalon.
Annalena hat mit dem Modell der Vier-Tage-Woche ebenfalls nur positive Erfahrungen gemacht. Die 29-Jährige arbeitet seit etwa sieben Jahren bei Bauelemente Meier. Seit 2019 gibt es dort das Arbeitsmodell der 4-Tage-Woche. Die Mitarbeiter*innen erhalten jedoch das gleiche Gehalt, da die 40 Stunden auf die verbleibenden vier Tage verteilt werden.
Ob für eine bessere Balance zwischen Arbeit und Freizeit oder mehr Zeit mit der Familie – rund 81 Prozent der vollzeitbeschäftigten Deutschen wünschen sich eine Vier-Tage-Woche. Das ergab eine Umfrage der Hans-Böckler-Stiftung aus dem Jahr 2023. Einige Unternehmen haben dieses Modell bereits eingeführt. Doch es gibt Vor- und Nachteile, die man bedenken sollte.
Grundsätzlich gibt es beim Arbeitsmodell der Vier-Tage-Woche – also einer auf vier Tage verkürzten Arbeitswoche – mehrere Möglichkeiten zur Umsetzung, wie die Karriereseite Stepstone berichtet. Manche Betriebe bleiben bei der 40-Stunden-Woche und verteilen die Arbeitsstunden auf vier statt fünf Tage. Auch wenn dies einen zusätzlichen freien Tag bedeutet, verlängern sich dadurch die restlichen Arbeitstage.
Alternativ setzen manche Arbeitgeber*innen auch auf eine insgesamt verkürzte Arbeitszeit – in manchen Fällen mit Lohnausgleich, in anderen ohne. Vor allem bei letzterer Variante könnte das verringerte Einkommen zu Problemen führen. Einige sehen auch eine mögliche Erhöhung des Arbeitspensums durch die reduzierte Stundenanzahl kritisch.
Patricia sieht dieses Konzept sehr positiv: „Besonders schön ist, dass man mehr Zeit für seinen Partner, die Familie und Freunde hat“, erklärt sie. Auch andere Termine wie Arztbesuche oder Einkäufe ließen sich so entspannter planen. Patricia betont, dass sie dadurch auch ihre Freizeit bewusster genießen könne.
Annalena sieht die Vorteile unter anderem in einem positiv beeinflussten Arbeitsklima. „Man hat dann einen Tag, an dem man gar nicht an die Arbeit denken muss“, erklärt sie. Das verlängerte Wochenende wirke sich somit auch positiv auf ihre Freizeitgestaltung aus.
Ob es dieses Arbeitsmodell in jedem Betrieb geben sollte, betrachtet Annalena von zwei Seiten: „Ich glaube, dass das nicht für jede Branche umsetzbar ist, aber es ist auf jeden Fall für viele eine coole und auflockernde Variante.“
Patricia meint: „Für viele Menschen kann die Vier-Tage-Woche eine gute Möglichkeit sein, Arbeit und Freizeit besser miteinander zu verbinden und mehr Zeit für persönliche Interessen oder Hobbys zu haben.“