OB-Fragenhagel 2026 mit Laura Weber (Bündnis 90/Die Grünen) | Weiden24

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vor 4 Stunden
Laura Weber (Die Grünen) stellt sich den Fragen von Weiden24. (Bildmontage: Marina Gube)
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Laura Weber (Die Grünen) stellt sich den Fragen von Weiden24. (Bildmontage: Marina Gube)

OB-Fragenhagel 2026 mit Laura Weber (Bündnis 90/Die Grünen)

Weiden24 nimmt die Oberbürgermeisterkandidat*innen 2026 im „OB-Fragenhagel“ unter die Lupe. Teil 4 mit Laura Weber (Bündnis 90/Die Grünen).

Facts zur Person:

  • Alter: 41 Jahre
  • Familienstand: liiert, 2 Kinder
  • Beruf: Energie- und Umweltingenieurin, Landtagsabgeordnete, Geschäftsführerin einer Projektentwicklungsfirma im Bereich Erneuerbare Energien

Wie geht’s Ihnen?

Mir geht es gut.

Warum sollten junge Leute Sie wählen?

Junge Leute sollen mich wählen, weil wir, also ich und die grüne Fraktion im Stadtrat, uns ganz klar als junge Stimme im Stadtrat sehen. Das zeigen wir bei vielen Abstimmungen, die im Stadtrat erfolgen. Ich habe zwei Jungs in dem Alter, das heißt, ich sehe direkt, was angesagt ist – jedenfalls teilweise. Alles bekomme ich natürlich nicht mit. Ich habe auch den demografischen Wandel im Blick, da sind die Jugend und auch Familien tatsächlich unterrepräsentiert. Da habe ich mir zur Aufgabe gemacht, eine Gegenstimme zu bieten.

Welches Vorurteil über Weiden nervt Sie?

Nerven tut mich auf jeden Fall, wenn man sagt, es ist nichts los, und dann nichts tut, um dawas zu ändern. Das nervt mich durchaus. Viele wollen etwas tun, wollen etwas ändern, und wenn dann nichts los ist und nichts passiert und keine Unterstützung da ist, dann kann ich es verstehen. Aber oft heißt es: „Ja, es ist nichts los“, als ob dann alles von allein kommen sollte. Das nervt mich durchaus ab und zu.

Ihr Lieblingsplatz in Weiden?

Ich habe lange im Beanery gearbeitet, also Café tatsächlich. Und Dasitzen im Sommer, also im Wohnzimmer von Weiden, in der Innenstadt, Schätzlerbad, Stadtbad. Mit Kindern war ich da ständig unterwegs. Das sind so meine Lieblingsplätze.

Frühaufsteher oder Nachteule?

Beides leider. Deswegen kommt immer irgendwas zu kurz.

Welchen Punkt möchten Sie für Weiden direkt umsetzen?

Gerade bezogen auf Jugendpolitik, das haben wir auch schon in der letzten Legislatur versucht, dass man wirklich eine Beteiligungsmöglichkeit schaffen für junge Menschen. Das ist mal angefangen, dass man einfach ins Gespräch kommt, mal einen lockeren Austausch schafft, Jugendsprechstunden schafft, aber bis hin zum Jugendstadtrat oder sogar Jugendparlament. Das wäre so eine Sache. Was ich auch angreifen will, was ich gerade von Freundinnen oder Freunden auch mitbekomme: Wie schaffen wir es, in den Einrichtungen, also Kitas, Kindergärten und Schulen, gutes, gesundes und gemeinschaftliches Mittagessen zu schaffen? Das ist ein langer Weg. Schritt für Schritt vorangehen. Das ist auch eine Sache, die will ich unbedingt angreifen. Natürlich haben wir viele Konzepte und in diesen Konzepten steht ganz viel gutes und wichtiges Zeug drin. Mobilitätskonzept, Klimaschutzkonzept, Gewerbeflächen, Entwicklungskonzept. Die wirklich abarbeiten, das mir ist ein ganz großes Anliegen.

Ihre Stärken?

Durchsetzungsstark. Ich gebe nicht so schnell nach, aber gern auch mit Argumenten. Ich glaube, ich kann überzeugen. Ich kann mitreißen. Ich vernetze sehr gern und auch auch vor meinem beruflichen Hintergrund. Ich war ja auch Teamleiterin. Das heißt Teamplay, Leute zusammenbringen und da Großes schaffen. Das liegt mir und da habe ich auch Spaß dran.

Ihre Schwächen?

Ich bin rechthaberisch. Ich habe fünf Geschwister, da musste man sich immer durchkämpfen. Das ist durchaus eine Schwäche, an der ich schon seit vielen Jahrzehnten arbeite. Deswegen ist es auch jetzt nicht mehr so tragisch.

Ihr größtes Vorbild?

Mein größtes Vorbild ist sicher meine Mutter. Sechs Kinder bekommen und uns wirklich immer klar gezeigt, was im Leben wichtig ist. Das ist, glaube ich, auf jeden Fall ein Vorbild. Politische Vorbilder habe ich sicher auch, aber ich will jetzt einfach meine Mutter da stehen lassen.

Pizza oder Döner?

Hmmm, schwierig. Also ich esse ja kein Fleisch, deswegen: Falafeldöner esse ich lieber als Pizza.

Kaffee oder Tee?

Kaffee.

Was tun Sie dafür, dass junge Menschen sich das Wohnen in Weiden leisten können?

Das bezahlbare Wohnen in Weiden ist meiner Meinung nach eine der wichtigsten sozialen Fragen. Nicht nur in Weiden. Es gibt noch Städte, wo es dramatischer ist. Aber Wohnen ist ein Grundrecht, und dafür müssen wir eben auch sorgen, dass jeder und jede schönen, guten, angemessenen Wohnraum bekommt. Eine Sache, die wir auch schon in der letzten Legislaturperiode immer wieder ganz oben anstellen, ist, dass wir nicht an der Quote rütteln. Das heißt, dass wir ganz klar festsetzen: Wir brauchen eine bestimmte Quote an geförderten sozialen Wohnraumkreisen, also an gefördertem Wohnraum. Ganz wichtig, weil da wird gerade von allen Seiten dran gerüttelt, und gerade von konservativer Seite kommt das Argument „Bauen, bauen, bauen auf Teufel komm raus“ und deswegen den Investoren auch den maximalen Spielraum lassen. So kommen wir nicht zu gefördertem und bezahlbarem Wohnraum. Das müssen wir einfordern. So kommen wir dann unter anderem auch zu bezahlbarem Wohnraum. Wir haben aber auch noch mehrere Ideen. Es geht zum Beispiel darum, Eigentümern auch Anreize zu bieten, weil es ist wirklich gerade nicht einfach, gerade in der Innenstadt. Wir sind ja gerade beim Haustürwahlkampf viel unterwegs. Da stehen viele Häuser, die auch schon in die Jahre gekommen sind, leer, und das kostet schnell mal 1 Million Euro für den Eigentümer, daraus guten Wohnraum zu machen. Aber da klare Anreize zu setzen und zu sagen, wir bieten Steuererleichterungen oder Vereinfachungen an, wenn eben unterhalb der ortsüblichen Miete vermietet wird. Oder dass wir auch ein Jugendkontingent schaffen für junge Menschen, damit diese sich den Wohnraum in Weiden leisten können, sodass auch Azubis und Studierende gut hier leben können.

Wie wollen Sie Ausbildung, Studium und Jobs vor Ort attraktiver machen?

Wir haben in Weiden wirklich tolle Schulen, wir sind ein Oberzentrum. Das zeigt sich vor allem an der vielfältigen Schullandschaft bis hin zur Fachoberschule, an der ich mein Abi gemacht habe. An der Fachhochschule habe ich dann studiert. Wir müssen von Anfang an darauf achten, dass die Schulen gut ausgestattet sind, damit jedes Kind gerne in die Schule geht. Viele Schulen sind sanierungsbedürftig, und dafür setze ich mich ein. Wir stehen dafür, die Schulen zu sanieren und auch neu zu bauen, wenn es so entschieden wurde, wie bei der Realschule. Ein weiterer Punkt ist der Ausbau der Ganztagsbetreuung. Das bedeutet auch, dass wir gerade für Frauen Möglichkeiten schaffen, sich aktiver einzubringen. Insgesamt wollen wir Synergien schaffen, zum Beispiel durch den Digital Campus an der OTH, und die Schulen einbeziehen, Praktika anbieten. Es gibt viele Möglichkeiten und viel zu tun, und dafür setze ich mich auf jeden Fall ein.

Podcast oder Musik?

Zurzeit Podcast.

Film oder Serie?

Zurzeit Serie.

Ihre Vision für Weiden 2032?

Weiden 2032 ist ein Ort, an dem sich jeder und jede wohlfühlen kann. Wir stärken Familien und die Aufenthaltsqualität in der Stadt. Weiden ist Fußgängerstadt und Radfahrstadt. Das heißt, wir müssen in den begrenzten Raum der Stadt Platz schaffen für nachhaltige und für dynamische Fortbewegungsmöglichkeiten. Dazu gehört natürlich auch ÖPNV und stärker dazu. Und das vor allem, dass sich wirklich Familien herkommen, junge Familien gerade nach Weiden kommen wollen, Die sagen also: „Diese Lebensqualität, die wir in Weiden haben, die ist unschlagbar.“ So sehe ich Weiden auch in der Zukunft.

 
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