Sie kommt weltweit vor, in Weiden erwischte sie zuletzt 2018 die Wirtschaftsschule stärker: die Krätze. Nun ist wieder eine Schule betroffen.
Ein Mittelstufenschüler des Weidener Kepler-Gymnasiums leidet an Krätze, einer unangenehm juckenden Hautkrankheit. Sie wird durch Milben übertragen, die wegen ihrer geringen Größe mit bloßem Auge kaum sichtbar sind. Die Hauterkrankung gilt allerdings nicht als gefährlich.
Am „Kepler” und im Gesundheitsamt Neustadt-Weiden ist erst ein Fall bekannt. Die Schulleitung hat die Eltern und Lehrer informiert, die Sache im Auge zu behalten. Vor allem sollten Betroffene engen Körperkontakt meiden, um niemanden anzustecken. Ein Drama ist es allerdings nicht, erklärt Dr. Melanie Bayerl vom Gesundheitsamt: „Es ist wie Läuse und kommt immer wieder mal vor.” Ausdrücklich wird in einem Schreiben der Schule an die Eltern auf ein Informationsblatt des Gesundheitsamtes hingewiesen, in dem deutlich zu lesen ist: Persönliche Hygiene spielt bei der Übertragung keine Rolle.
Krätze ist bei engem Personenkontakt ansteckend. Die Übertragung über Gegenstände spielt keine entscheidende Rolle, ist aber möglich. Nach der erstmaligen Ansteckung dauert es etwa vier Wochen, bis die Haut juckt oder brennt. Es bilden sich dann gerötete Hügelchen auf der Haut, die auch Narben hinterlassen. Bei Verdacht sollten Betroffene zu Hause bleiben und sich an einen Arzt wenden, um alles abzuklären, rät die Schulleitung des Gymnasiums. Mit Salben oder Tabletten lässt sich die Krätze meist schnell im Zaum halten. Nach 24 Stunden sei man nicht mehr ansteckend. Und mit einem ärztlichen Attest dürften die Betroffenen dann auch bald wieder in die Schule gehen.
Krätze ist nicht meldepflichtig. Kenntnis erhält das Gesundheitsamt meist von Fällen aus Gemeinschaftseinrichtungen zur Betreuung von Kindern und Jugendlichen, also Kindergärten und Schulen. Nach dem Infektionsschutzgesetz müssen hier auftretende Fälle mitgeteilt werden. Informiert und sensibel zu sein, sei aber wichtig, betont die Leitung des Kepler-Gymnasiums in einem Schreiben an Eltern. Darin heißt es auch weiter: „Denn es ist ein Weiden und Umgebung nicht der einzige derartige Krankheitsfall.”