Von der perfekten Stadionwurst bis zur verzweifelten Parkplatzsuche: Google-Rezensionen und Groundhopper zeigen, wie die Sportanlagen im Fußballkreis Amberg/Weiden wirklich ankommen. Dabei geht es längst nicht nur um den Fußball selbst.
Von der B-Klasse bis hin zur Bayernliga: Gespielt wird überall auf vermeintlich sattem Grün, meist inklusive Tribüne, Sportheim und Bratwurstbude. Doch wie gut sind die Sportanlagen der Region wirklich? Während sich Fans früher am Gartenzaun austauschten, übernimmt heute das Internet diese Aufgabe. Dank Google-Rezensionen und Groundhoppern bleibt kaum ein Stadion unbewertet. So schneiden die heimischen Fußballplätze im Netz ab.
Was wäre ein Stadionbesuch ohne die passende Verpflegung? Schließlich verbrennen nicht nur die Spieler während 90 Minuten jede Menge Kalorien – auch Fans leisten beim Mitfiebern, Klatschen oder lautstarken Kommentieren Schwerstarbeit. Bratwurst und Kaltgetränk gehören deshalb fix zum Amateurfußball.
Darüber herrscht auch bei den Google-Rezensenten Einigkeit. „Die Bratwürste sind überragend“, schreibt ein Nutzer über das Sportgelände der DJK Gebenbach. Insgesamt kommt der Bayernligist auf starke 4,4 Sterne. Ein anderer Besucher erinnert sich ebenfalls gerne an die Verpflegung: „Bratwurst und Bier können was. Die Preise sind anständig.“ Lediglich ein Fan zeigte sich weniger begeistert – ihm waren die Würste „etwas zu klein“. Die Bewertung ist allerdings bereits drei Jahre alt. Vielleicht wurde in Gebenbach inzwischen nachgebessert.
Während die Bratwurst im Landkreis Amberg-Sulzbach hoch im Kurs steht, wurde sie beim SV Inter Bergsteig von einem Besucher schmerzlich vermisst. Ob das nur eine Momentaufnahme war, bleibt offen. Spätestens beim Derby gegen den FC Amberg Mitte März zog der Duft vom Grill die Zuschauer jedenfalls fast automatisch Richtung Verkaufsstand. Auch am Sportplatz des TuS Rosenberg steckt in nur einer Rezension erstaunlich viel Wahrheit über den Amateurfußball: „Eintritt super günstig und trinken auch nicht schlecht, Bier schmeckt gut.“ Viel treffender lässt sich das Geschäftsmodell vieler Dorfvereine wohl kaum zusammenfassen.
Was genau ein „Stadion“ oder gar eine „Arena“ ist, liegt natürlich im Auge des Betrachters. Im Amateurfußball reicht vielen Fans oft schon eine kleine Tribüne für echtes Fußballgefühl. Dass gute Infrastruktur dennoch geschätzt wird, zeigt der Blick auf den SC Luhe-Wildenau. Spätestens seit dem Besuch der SpVgg Unterhaching II und Präsident Manni Schwabl weiß man dort: Die Anlage kann sich sehen lassen. 4,5 Sterne sprechen eine deutliche Sprache. Gelobt werden unter anderem die „bequemen Bänke auf der Tribüne“.
Weniger begeistert zeigte sich dagegen eine Besucherin des VfB Rothenstadt. Ihre zwei Sterne begründete sie vor sechs Jahren mit den Worten: „Fußballplatz ist nicht beschildert.“ Bleibt zu hoffen, dass sie den Sportplatz inzwischen gefunden hat. Volle Punktzahl gibt es dagegen für das Stadion am Schanzl in Amberg. Die Fußballtouristen aus Röthenbach finden sogar, die Anlage sei fast „zu gut“ für eine Bezirksliga-Mannschaft. Dieses Problem hat sich allerdings bald erledigt : Der FC Amberg ist immerhin in die Landesliga aufgestiegen. Derzeit erinnert das Stadion allerdings eher an eine Baustelle – die Tartanbahn rund um das Spielfeld wird umfassend erneuert.
Auch das Stadion am Wasserwerk der SpVgg SV Weiden beeindruckt viele Besucher. Ein Nutzer beschreibt die Anlage als „schöne oldschool Schüssel mit drei großen Stehplatztraversen und einer großen überdachten Haupttribüne“. Für die Bayernliga sei das Stadion zwar fast etwas überdimensioniert, „macht aber echt was her“. Vielleicht sorgt die imposante Kulisse sogar für zusätzlichen Druck: Zuhause holte die Mannschaft bislang weniger Punkte als auswärts.
Für viele Zuschauer beginnt das Stadionerlebnis schon lange vor dem Anpfiff – nämlich bei der Parkplatzsuche. Gerade bei Derbys stoßen viele Sportanlagen schnell an ihre Grenzen. Beim SV Hubertus Köfering kostete genau das einige Sterne. „Parkplatz ist zu weit entfernt, Bewirtung ist ein Witz, aber Platz ging einigermaßen“, urteilt ein Besucher. Auch beim SV Schwandorf-Ettmannsdorf wird die Parksituation kritisiert. Ein Local Guide schreibt: „Saubere gepflegte Sportanlage mit kleinem Sportheim, leider kaum Parkplätze, sodass bei einem Freundschaftsspiel schon keine Parkplätze mehr vorhanden sind.“
Immerhin: Für Verpflegung ist gesorgt. Der gleiche Nutzer lobt, dass „drei verschiedene Getränkestände“ rund um den Sportplatz verteilt seien – und damit wären wir wieder beim wohl wichtigsten Thema des Amateurfußballs. Wie wichtig ausreichende Parkmöglichkeiten sein können, zeigt dagegen der 1. FC Rieden. Dort gibt es gleich mehrfach fünf Sterne – unter anderem wegen der „vielen Parkplätze“, was laut einem Nutzer „ja eher selten“ sei. Eine weitere Besucherin schreibt: „Sehr schön dort, sauber, gepflegt, viel Parkplätze.“ Am Ende zeigt sich: Im Amateurfußball zählen nicht nur Tore und Tabellenplätze. Ob Bratwurst, Tribüne oder Parkplatzsituation – die Google-Rezensionen beweisen, dass auch rund um den Platz jedes Detail zum Stadionerlebnis dazugehört.