Rapper 18 Karat nach Portugal abgeschoben | Weiden24

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Er sei noch in der Nacht nach Portugal ausgeflogen worden, teilte seine Anwältin mit. (Symbolbild) (Bild: Julian Stratenschulte/dpa)
Er sei noch in der Nacht nach Portugal ausgeflogen worden, teilte seine Anwältin mit. (Symbolbild) (Bild: Julian Stratenschulte/dpa)
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Er sei noch in der Nacht nach Portugal ausgeflogen worden, teilte seine Anwältin mit. (Symbolbild) (Bild: Julian Stratenschulte/dpa)

Rapper 18 Karat nach Portugal abgeschoben

Der Deutschrapper verbüßt seit 2022 eine Haftstrafe wegen mehrerer Drogendelikte. Gegen die geplante Abschiebung hatte er geklagt, doch nachdem Gerichte grünes Licht gaben, ging es nun schnell.

Der straffällig gewordene, portugiesische Rapper 18 Karat ist aus der Haft nach Portugal abgeschoben worden. Das bestätigte die Stadt Dortmund der Deutschen Presse-Agentur auf Nachfrage.

Er sei noch in der Nacht ausgeflogen worden, hieß es von seiner Anwältin. „Er konnte sich heute früh einmal bei seiner Familie melden und seine Ankunftszeit und Ankunftsort mitteilen“, teilte Rechtsanwältin Lisa Grüter mit. Am Dienstag hatte das nordrhein-westfälische Oberverwaltungsgericht im Eilverfahren grünes Licht für die Abschiebung gegeben.

Zuletzt hatte sich der Deutschrapper, der den bürgerlichen Namen Ivo Vieira Silva trägt, in Strafhaft befunden. Seit 2022 verbüßte er eine Freiheitsstrafe von sechs Jahren und drei Monaten wegen verschiedener schwerer Drogendelikte. Die Stadt Dortmund hatte ihm deshalb das EU-Freizügigkeitsrecht entzogen, ihn zur Ausreise aufgefordert und seine Abschiebung nach Portugal angeordnet. 

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Fall einer Abschiebung von der weiteren Vollstreckung der Haft abgesehen, wie ein Sprecher der Behörde erklärte. Damit muss 18 Karat in Portugal nicht weiter ins Gefängnis, würde aber bei einer Wiedereinreise nach Deutschland festgenommen und müsste seine Reststrafe verbüßen.

Das sind die Gründe für die Abschiebung

Für die Beendigung seines Aufenthalts in Deutschland gebe es „zwingende Gründe der öffentlichen Ordnung“, hatten in erster Instanz bereits die Verwaltungsrichter in Gelsenkirchen ausgeführt. Er habe kiloweise mit Drogen gehandelt - die Folgen dieser Art illegalen Betäubungsmittelhandels seien schwerwiegend für die Gesellschaft. Zudem sahen die Richter konkrete Wiederholungsgefahr: Der Kläger habe sich nicht ersichtlich aus dem Netzwerk gelöst, in dem er die Taten begangen habe.

Das Oberverwaltungsgericht schloss sich dieser Argumentation an. Sein Einwand, er habe Kontakt zu seiner Familie und einem noch sehr jungen Kind, sei nicht geeignet, die Gefahr weiterer erheblicher Straftaten infrage zu stellen.

Der Rapper aus Dortmund gilt seit seinem Debütalbum vor zehn Jahren „FSK 18 Brutal“ als feste Größe im Deutschrap und hatte seither zahlreiche Chart- und Streamingerfolge („Verliebt in einen Gangster 2“ oder „Narco Trafficante“) erzielt.

Rapper setzte auf Haftentlassung auf Bewährung

Laut seiner Anwältin Grüter war der Musiker zuletzt im offenen Vollzug untergebracht und hätte in zwei Wochen seine Ausbildung zum Maler und Lackierer abgeschlossen. Nach seiner Abschiebung bestehe bislang kein Kontakt zu ihm, weil er kein Handy dabei habe, so seine Anwältin. 

In einigen Wochen hätte geprüft werden sollen, ob seine Reststrafe zur Bewährung ausgesetzt werden könne. „Diese Entscheidung hätte aus meiner Sicht vorgehen müssen“, hatte Grüter gesagt. Die sofortige Abschiebung ihres Mandanten nannte sie ein „rechtsstaatliches Armutzeugnis“. Eine Abschiebung aus der Haft bringe zahlreiche Nachteile mit sich - unter anderem eine erheblich längere Wiedereinreisesperre.

© dpa-infocom, dpa:260708-930-351968/1

 
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