Was für eine Spannung, was für eine Dramatik: Ein über weite Strecken niveauarmes Duell zwischen den Blue Devils Weiden und dem EC Bad Nauheim entwickelte sich in den Schlussminuten zu einem Drama erster Güte.
Die Blue Devils Weiden haben am Sonntagabend in der DEL2 das so wichtige Kellerduell gegen den EC Bad Nauheim mit 3:1 gewonnen. Vor 1760 Zuschauern in der Hans-Schröpf-Arena gelang den Weidenern damit nach sechs Niederlagen in Folge wieder ein Dreier. Aufgrund der Niederlagen aller Konkurrenten im Tabellenkeller schmolz der Rückstand auf den zehnten Platz auf fünf Zähler zusammen.
Die Blue Devils mussten im so wichtigen Kellerduell auf Tyler Ward verzichten. Der zuletzt formschwache, aber immer noch zweitbeste Scorer (29 Punkte) hinter Goldhelm Alex-Olivier Voyer fehlte nach Vereinsangaben angeschlagen im Aufgebot. Im Tor stand nach zwei Spielen Pause wieder Michael McNiven, der den in Landshut so überragend haltenden Simon Wolf ersetzte. Back-up war erneut Felix Noack.
Und McNiven stand sogleich im Mittelpunkt des Geschehens. Mit mehreren teils spektakulären Paraden machte der Kanadier seinem Spitznamen „Michael McNeuer“ alle Ehre und bewahrte sein Team vor einem frühen Rückstand. Erst mit zunehmender Spieldauer fanden die Blue Devils besser in die Partie und verzeichneten ihrerseits Offensivaktionen. Die Abschlüsse blieben jedoch zu unpräzise und waren eine sichere Beute von Gerald „Jerry“ Kuhn. Dieser wurde nach seiner folgenschweren Attacke an Nick Jermain beim letzten Duell in Weiden vom heimischen Anhang konsequent ausgepfiffen.
Allerdings blieb das Niveau dieses Kellerduells während der ersten 20 Minuten überschaubar, dem Tabellenstand beider Kontrahenten angemessen. In der Drittelpause überraschte Teampräsident Stephan Seeger senior die Fans im Stadion und an den Bildschirmen mit der Verkündung des neuen Trainers: Ab Dienstag wird der Kanadier Alan Letang die Nachfolge des entlassenen Sebastian Buchwieser antreten.
So ging es auch im zweiten Drittel weiter, wobei die Intensität der Zweikämpfe mit jeder Minute zunahm. Doch keine Mannschaft konnte ihr Überzahlspiel für Zählbares nutzen, das Penalty-Killing funktionierte hüben wie drüben fehlerfrei. Die Blue Devils waren aber das etwas agilere Team und hatten ein kleines Chancenplus. Doch Kuhn war weiterhin nicht zu bezwingen.
Im Schlussabschnitt waren die Endergebnisse aus den anderen Stadien bekannt – und die verliehen der ohnehin schon enormen Bedeutung dieses Kellerduells zusätzliches Gewicht. Alle Konkurrenten um den Pre-Play-off-Platz zehn hatten ihre Partien verloren. Und diese Info verlieh den Weidenern scheinbar Flügel – zusätzlich zur Neuigkeit, dass der neue Trainer irgendwo in Kanada gerade zuschaut.
Und Alan Letang kam sogleich in den Genuss des ersten Weidener Shorthanders in dieser Saison. Fabian Voit bediente bei einem Konter mustergültig Zach Tsekos, der „Jerry“ Kuhn mit der Rückhand überwand. Als Paul Vinzens den zweiten Treffer nachlegte, schien die Partie entschieden, doch der schnelle Anschluss durch Davis Koch sorgte für neue Spannung. Erst als Noah Samanski ins leere Nauheimer Tor traf, kannte der Jubel auf Weidener Seite keine Grenzen.
Blue Devils Weiden: McNiven - Kolb, Muck, Pokorny, Bohac, Schwaiger, Ribnitzky, Marusch - Schwarz, Tsekos, Gläser, Vogt, Voyer, Schiemenz, Vinzens, No. Samanski, Ne. Samanski, Edfelder, Voit, Thal
EC Bad Nauheim: Kuhn - Erk, Fischer, MacPherson, Pruden, Bidou, Gnyp - Bengtsson, El-Sayed, Bowles, Kaiser, Bires, Volek, Ribarik, Koch, Hickmott, Jakovlev, Kuhnekath
Tore: 1:0 (50.) Tsekos (Voit), 2:0 (56.) Vinzens (Ne. Samanski, No. Samanski), 2:1 (57.) Koch (Hickmott, Pruden), 3:1 (60.) No. Samanski
Strafen: Weiden 10, Bad Nauheim 8
SR: Lehmann, Singaitis
Zuschauer: 1760