Jugendwahl in Weiden: So habt ihr gewählt | Weiden24

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29.09.2023
Auch die Schülerinnen und Schüler der FOS stimmten bei der Jugendwahl ab. (Bild: mcl)
Auch die Schülerinnen und Schüler der FOS stimmten bei der Jugendwahl ab. (Bild: mcl)
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Auch die Schülerinnen und Schüler der FOS stimmten bei der Jugendwahl ab. (Bild: mcl)

Jugendwahl in Weiden: So habt ihr gewählt

Wie würde die Jugend in Weiden wählen, wenn sie bei der Landtagswahl ihr Kreuz setzen dürften? Bei der Jugendwahl an den Weidener Schulen durften Jugendliche ihre Stimme abgeben.

Donnerstag, 14.30 Uhr. Der Saal im Jugendzentrum füllt sich. Schüler*innen aus drei Gymnasien, zwei Realschulen, zwei Mittelschulen sowie der FOS, Wirtschaftsschule und Berufsschule kommen zusammen. Johanna Grillenbeck vom Jugendzentrum Weiden und Diana Efremenkov vom Jugendforum der Stadt Weiden erklären ihnen, wie die Wahl funktioniert und welche Aufgaben sie als Wahlhelfer*innen haben. Dabei wird klar, dass es sich hierbei nicht um Spaß, sondern um eine ernstgemeinte Wahl handelt.

Am Freitag dürfen alle Schüler*innen ab der achten Klasse wählen. Der einzige Unterschied zur echten Landtagswahl: Damit die Stimmzettel nicht zu groß werden, wird die Zweitstimme für eine komplette Partei anstatt an eine*n Politiker*in abgegeben.

Der Aufwand, der hinter der U-18-Wahl steckt, ist groß – von Plakat designen über Schulen anfragen, der Schulung der Wahlhelfer*innen bis hin zur Beschaffung der Originalkabinen und -urnen. „Es ist schon ein ordentlicher organisatorischer Aufwand”, sagt Johanna Grillenbeck. Ob sich die Arbeit lohnt? „Ich finde es richtig cool, dass die Schüler*innen diese Möglichkeit haben, bevor sie das erste Mal richtig wählen gehen”, erklärt Grillenbeck.

So wüssten die Jugendlichen, wie eine Teilnahme an der Wahl abläuft – mit Wahlbenachrichtigungen, Wahlkabinen und Stimmzettel. Aber auch der demokratische Prozess. „Das macht auch schon was mit einem, auch wenn viele es im ersten Moment vielleicht nicht ernst nehmen.”

Freitag, 10.45 Uhr. Die Wahl ist in vollem Gange. Seit 8 Uhr haben die Wahllokale geöffnet. Leopold Ascherl aus der Q12 ist Wahlhelfer am Augustinus-Gymnasium. Zusammen mit einer Gruppe weiterer Schüler*innen hilft er, die Jugendwahl an seiner Schule durchzuführen. Die Aufgaben sind verteilt: Ein Schüler hakt die Anwesenheit im Wählerverzeichnis ab, einer erklärt, wie gewählt wird, zwei teilen Stimmzettel aus und drei weitere kontrollieren, ob die Stimmzettel auch wirklich in der Wahlurne landen. „Wir haben eine erstaunlich hohe Wahlbeteiligung. Die Schüler haben Lust, zu wählen”, sagt Leopold Ascherl. Er selbst ist erst 17 Jahre alt und darf bei der offiziellen Landtagswahl nicht wählen. Trotzdem engagiert er sich, „weil ich es wichtig find, dass jeder seine Meinung äußern kann.”

Auch an der FOS in Weiden wird gewählt. Die Wahl dauert nicht lang. Einzelne Klassen kommen nach der Reihe in die Aula, geben ihre Wahlbenachrichtigung ab und setzen in einer der Kabinen ihr Kreuz. Der zweimal gefaltete Wahlzettel wird in die Urne geworfen – fertig. „Ziemlich unspektakulär”, lautet das Fazit eines Schülers.

Das sehen Cecilia Wagner (17), Luke Stöckl (19) und Lisa Stein (17) anders. Sie engagieren sich als Wahlhelfer*innen. Für sie hat die Jugendwahl eine größere Bedeutung: „Vielleicht kann man mit dem Ergebnis was bei den Politikern bewirken”, meint Luke Stöckl. Alle drei sprechen sich für das Wahlalter ab 16 Jahren aus. „Viele machen mit 16 schon eine Ausbildung, fangen an, arbeiten zu gehen und Steuern zu zahlen. Ihre Stimme sollte auch gehört werden”, sagt Cecilia Wagner. Luke Stöckl findet: „In dem Alter hat man schon Politikverständnis.” Für Lisa Stein ist klar: „Wir müssen die Konsequenzen tragen, wenn ältere Leute für uns wählen.”

Freitag, 18 Uhr. Die Stimmen sind ausgezählt. 3030 Jugendliche waren wahlberechtigt. 2482 haben ihre Stimme abgegeben. Die Wahlbeteiligung liegt bei 81,9 Prozent – einem Wert, von dem die echte Landtagswahl nur träumen könnte.

So haben die Jugendlichen in Weiden abgestimmt:

Erststimme:

  • Dr. Stephan Oetzinger (CSU): 24,8 %
  • Laura Weber (Grüne): 11 %
  • Tobias Groß (Freie Wähler): 6,5 %
  • Roland Magerl: 19,6 %
  • Nicole Bäumler (SPD): 13,9 %
  • Christoph Skutella (FPD): 10,6 %
  • Tobias Kraus (Die Linke): 6,6 %
  • Roland Bayer (Bayernpartei): 2,2 %
  • Dr. Barbara Kindl (ÖDP): 2,9 %
  • Sonja Schuhmacher (dieBasis): 1,9 %

Zweitstimme:

  • CSU: 24 %
  • Grüne: 10,3 %
  • Freie Wähler: 8 %
  • AfD: 19,8 %
  • SPD: 14,7 %
  • FDP: 7,1 %
  • Die Linke: 5,9 %
  • Bayernpartei: 2,7 %
  • ÖDP: 2,1 %
  • V-Partei 3: 1,4 %
  • dieBasis: 1,6 %
  • Volt: 2,4 %
 
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