Ermittlungsergebnisse und unverständliche Sprachnachrichten prägten den 14. Verhandlungstag im Champagner-Prozess vor dem Landgericht. Dabei waren auch die Stimmen zweier im Verlauf immer wieder benannter Involvierter zu hören.
Am 14. Prozesstag um den sogenannten Champagner-Fall vor dem Landgericht Weiden stand die Aussage eines Ermittlungsbeamten des Zollfahndungsdienstes im Zentrum, der als Hauptsachbearbeiter eingesetzt war. Außerdem waren erstmals die Stimmen der mittlerweile häufig thematisierten Zeugen, des Lagerverwalters Patrick B. sowie des Hauptbelastungszeugen Jacek G., im Gerichtssaal zu hören. Denn am Dienstag wurden Sprachnachrichten der beiden abgespielt, deren Inhalt unter anderem auf den Angeklagten als möglichen Täter hinweisen sollen.
Ein 46-jähriger Niederländer steht vor Gericht, weil er Logistiker einer Drogenbande gewesen sein soll, die für die Herstellung von mit MDMA gefüllten Champagner-Flaschen verantwortlich gewesen sein soll. Eine davon wurde im Februar 2022 unwissentlich in einem Restaurant in Weiden ausgeschenkt. Bei dem Vorfall wurden sieben Menschen schwer verletzt, ein Mann aus Pfreimd starb an den Folgen einer Überdosis.
Zu Beginn seiner Aussage wiederholte der Weidener Ermittler einige bereits von anderen Zeugen benannte Erkenntnisse. Der Angeklagte soll Jacek G. nach dem Verschwinden der Champagner-Flasche aus dem Lagerkomplex „Multistorage” in Arnheim nach deren Verbleib gefragt haben. Der niederländische Angeklagte soll geäußert haben, dass er durch den Verlust der Flaschen 50.000 Euro verloren habe und die Flaschen ins Ausland hätten verkauft werden sollen.
Auch zu einem späteren Zeitpunkt soll es noch Sprachnachrichten zwischen Jacek G. und dem Angeklagten gegeben haben, so der Ermittler am Dienstag. „Jetzt weiß ich, wer damals deine Flaschen geklaut hat – nämlich Patrick B.“, soll der Pole dem Angeklagten geschickt haben. Auf den digitalen Geräten sollen sich laut dem Ermittler Hinweise ergeben haben, dass der Angeklagte europaweit Drogen besorgen oder vermitteln könne. Egal ob „Monaco oder Florenz“, er könne überall etwas beschaffen, soll es in einer Nachricht des Angeklagten geheißen haben.
Richter Florian Bauer meldete am Dienstag hingegen leise Zweifel an den Schlüssen der Ermittelnden an, die sich aus zahlreichen Nachfragen des Gerichts ergeben hatten: „Wir reden hier über Chats, in denen es darum geht, für ein paar Partys ein paar Drogen zu besorgen. Ich tue mich schwer damit, daraus den Schluss zu ziehen, dass da bandenmäßig mit Drogen gehandelt wird“, sagte Bauer.
Am Nachmittag wurden dann diverse Sprachnachrichten abgespielt, zunächst einige zwischen Jacek G. und dem Angeklagten, später zwischen Jacek G. und Patrick B., dem Lagerverwalter. In einer davon verneint der Angeklagte Patrick B. zu kennen. In weiteren Nachrichten zwischen Jacek G. und dem Niederländer geht es um den Vorfall in Weiden während sich einige der Nachrichten zwischen dem Polen und Patrick B. darum drehen, dass der Lagerverwalter versuche seinem Bruder die Schuld in die Schuhe zu schieben.
Als zweiter und letzter Zeuge des Tages wurde ein polnischer Maler und Bekannter von Jacek G. gehört. Er sagte aus, den Angeklagten im Lagerkomplex „Multistorage“ gesehen zu haben, unter anderem im Gespräch mit Jacek G. und mutmaßlich dem Lagerverwalter Patrick B. Das war allerdings alles, was der Mann zum Angeklagten zu sagen hatte. Damit endete der Prozesstag. Die Verhandlung wird am 26. Februar fortgesetzt.