Bund Naturschutz: PFAS-Werte in Fischproben in Grafenwöhr schon 2024 überhöht | Weiden24

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vor 8 Stunden
Gewässer auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr stehen wegen erhöhter Werte von krebserregenden Chemikalien in Fischproben im Fokus.  (Symbolbild: Gabi Schönberger)
Gewässer auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr stehen wegen erhöhter Werte von krebserregenden Chemikalien in Fischproben im Fokus. (Symbolbild: Gabi Schönberger)
Gewässer auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr stehen wegen erhöhter Werte von krebserregenden Chemikalien in Fischproben im Fokus. (Symbolbild: Gabi Schönberger)
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Gewässer auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr stehen wegen erhöhter Werte von krebserregenden Chemikalien in Fischproben im Fokus. (Symbolbild: Gabi Schönberger)

Bund Naturschutz: PFAS-Werte in Fischproben in Grafenwöhr schon 2024 überhöht

Die Ortsgruppe Kirchenthumbach des Bund Naturschutz fordert weitergehende Maßnahmen gegen die hohe PFAS-Belastung auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Ein Angelverbot gelte bisher nur für US-Soldaten.

Zentrales Thema bei einer Vorstandssitzung der Ortsgruppe Kirchenthumbach des Bund Naturschutz war die hohe Konzentration der krebserregenden Chemikalie PFAS auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, nahm man unter Leitung von Vorsitzendem Reinhold Wilterius die Berichte von Oberpfalz-Medien zum Anlass eines Treffens. Diskutiert wurde das Angelverbot, das nur für US-Soldaten und amerikanische Zivilbeschäftigte ausgesprochen worden sei. Grund für das Verbot sei eine zu hohe Konzentration der krebserregenden Chemikalie PFAS in Fischproben.

Wilterius berichtete, dass dem Bund Naturschutz nun Messwerte vorlägen. In Untersuchungen von Fischproben aus einer Messstelle in Grafenwöhr seien bereits im Jahr 2024 Konzentrationen von Perfluoroctansulfonsäure (PFOS) von 28 Mikrogramm pro Kilogramm Fischmuskel gefunden worden. Das sei ein völlig inakzeptabler Anstieg gegenüber früher gefundenen Werten um das Fünffache, wird in der Mitteilung als Quelle der Gewässerkundliche Dienst Bayern zitiert. Bei PFOS handle es sich um die bekannteste und giftigste Untergruppe von PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen). Diese würden auch als „Ewigkeitschemikalien” bezeichnet und seien vor allem deshalb gefährlich, weil sie in der Natur und im Körper kaum abbaubar seien. „Sie reichern sich deshalb im Körper an und können zu Leberschäden, geschwächtem Immunsystem, veränderten Cholesterinwerten und einem erhöhten Krebs- und Herz-Kreislauf-Risiko führen”, schreibt der Bund Naturschutz. Verwendet würden die Substanzen unter anderem in Feuerlöschschäumen, Imprägniermitteln, Baustoffen, aber auch Kosmetika und zur Oberflächenbehandlung. Als Quelle dafür gibt die Ortsgruppe das Umweltbundesamt an.

Es sei völlig unverständlich, dass auf die brisanten Werte nicht reagiert wurde, obwohl sie bereits seit 2024 amtsbekannt seien und einen drastischen Anstieg zeigten, monieren die Naturschützer. Warum das Angelverbot jetzt nur für die US-Soldaten und US-Beschäftigte gelte, sei ebenfalls ein Rätsel. „Genießen Angehörige der US-Armee etwa einen höheren Gesundheitsschutz als deutsche Bürger?”, fragt die Ortsgruppe. Sie erwarte von den zuständigen Fachbehörden eine sofortige Reaktion und vor allem eine fundierte Recherche, wo die Austragsquellen der giftigen Stoffe liegen. „Keinesfalls akzeptabel”, so heißt es in der Mitteilung, seien Argumente wie die, dass dafür keine finanziellen Mittel zur Verfügung stünden. Schließlich gehe es hier um den Gesundheitsschutz der Bürger.

 
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