Selbsttest: Meine mühsame Vorbereitung auf den Nofi-Lauf in Weiden | Weiden24

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Startschuss beim Nofi-Lauf in Weiden: Auch in diesem Jahr gehen wieder tausende Läufer auf die Strecke.  (Archivbild: Alexander Unger)
Startschuss beim Nofi-Lauf in Weiden: Auch in diesem Jahr gehen wieder tausende Läufer auf die Strecke. (Archivbild: Alexander Unger)
Startschuss beim Nofi-Lauf in Weiden: Auch in diesem Jahr gehen wieder tausende Läufer auf die Strecke. (Archivbild: Alexander Unger)
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Startschuss beim Nofi-Lauf in Weiden: Auch in diesem Jahr gehen wieder tausende Läufer auf die Strecke. (Archivbild: Alexander Unger)

Selbsttest: Meine mühsame Vorbereitung auf den Nofi-Lauf in Weiden

Eigentlich sollte es nur ein entspannter Vorbereitungslauf werden. 7,5 Kilometer beim Nofi-Lauf in Weiden? Klingt machbar. Doch bereits nach ein paar Kilometern ist Redakteur Nils Ganzmann am Limit. Aufgeben kommt trotzdem nicht infrage.

Laufen kann doch eigentlich nicht so schwer sein. Fest entschlossen schlüpfe ich in die alten Schuhe meines Vaters. Sie drücken ein bisschen – aber das, sage ich mir, wird sich schon einlaufen. Die Euphorie hält ungefähr bis zur ersten Straßenlaterne. Ich schiele auf die Uhr an meinem Handgelenk, die durchgehend meinen Puls misst. Der Wert leuchtet in einem alarmierenden Orange. Ich will mich davon nicht ablenken zu lassen und schaue wieder nach vorne. Dort erstreckt sich eine Straße, die mit jedem Schritt länger wird.

Nach nicht einmal zwei Kilometern ist mein sportlicher Ehrgeiz endgültig dort angekommen, wo kurz zuvor schon meine Kondition war: am Ende. Die Beine werden schwer, die Lunge protestiert lautstark und der Schweiß sammelt sich bereits zu einem Tropfen an der Nasenspitze. Schließlich gebe ich nach: Aus dem gleichmäßigen Laufschritt wird erst ein müdes Traben, dann ein offensichtliches Gehen. Wieder werfe ich einen Blick auf meine Uhr. „Hohe Herzfrequenz“, meldet sie nüchtern. Danke für die Information. Ich gehe betont langsam weiter, als wäre das alles Teil eines ausgeklügelten Trainingsplans.

Ein paar hundert Meter joggen, kurz gehen, wieder anlaufen. Immer bis zur nächsten Kreuzung oder wenigstens bis zum nächsten Gartenzaun. So arbeite ich mich tatsächlich bis in den Nachbarort vor. Mein Fokus liegt inzwischen ausschließlich darauf, irgendwie einen Fuß vor den anderen zu setzen. Hauptsache vorwärts. Daheim angekommen kontrolliere ich sofort die gelaufene Strecke. Vielleicht acht Kilometer? Sieben wenigstens? 6,5 Kilometer. Mehr nicht. Beim Nofi-Lauf warten allerdings rund 7,5 Kilometer auf die Teilnehmer. Mir fehlt also ungefähr ein ganzer Kilometer.

Trotzdem bin ich nicht enttäuscht: Immerhin habe ich heute meinen inneren Schweinehund zumindest kurz in die Flucht geschlagen. Außerdem hat mir der Lauf eines gezeigt: Ich brauche neue Schuhe – und vielleicht auch einen Trainingsplan, der über „irgendwie losjoggen” hinausgeht. Beim Nofi-Lauf geht es aber ohnehin nicht um Bestzeiten oder Podestplätze. Es geht ums Mitmachen. Ums Durchhalten. Und wenn es hart auf hart kommt, auch ums Gehen – ganz ohne schlechtes Gewissen.

 
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