Messi widerspricht weiter der Zeit | Weiden24

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Lionel Messi bejubelt einen seiner drei Treffer gegen Algerien.  (Bild: Tom Weller/dpa)
Lionel Messi bejubelt einen seiner drei Treffer gegen Algerien. (Bild: Tom Weller/dpa)
Lionel Messi bejubelt einen seiner drei Treffer gegen Algerien. (Bild: Tom Weller/dpa)
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Lionel Messi bejubelt einen seiner drei Treffer gegen Algerien. (Bild: Tom Weller/dpa)

Messi widerspricht weiter der Zeit

Mit 38 Jahren schnürt Lionel Messi zum WM-Auftakt einen Hattrick gegen Algerien und stellt Miroslav Kloses Rekord ein. Während auch Mbappé und Haaland liefern, steht doch wieder der kleine Argentinier im Mittelpunkt.

Irgendwann müsste Lionel Messi eigentlich mal damit anfangen, sich wie ein Fußballer seines Alters zu benehmen. Ein bisschen langsamer werden, ein bisschen mehr verwalten, vielleicht hier und da noch ein paar schöne Momente einstreuen, damit alle sagen können: Schau, er kann es immer noch. Aber Messi hält sich an solche unausgesprochenen Regeln einfach nicht.

In der Nacht auf Mittwoch hat er bei dieser Weltmeisterschaft wieder einmal das gemacht, was er seit fast zwei Jahrzehnten macht: Er hat die üblichen Maßstäbe kurz beiseitegeschoben. 38 Jahre ist er alt, während des Turniers wird er 39. Andere Spieler in diesem Alter spielen Abschiedssaisons, drehen Werbespots oder erklären im Fernsehen, warum andere es nicht besser hinbekommen. Messi schnürte gegen Algerien einen Hattrick.

Vielleicht ist genau das der Grund, warum man bei ihm immer wieder in dieses ungläubige Staunen rutscht. Eigentlich müsste man sich längst daran gewöhnt haben. Er hat alles gewonnen, alles entschieden, alles erklärt, was man auf einem Fußballplatz mit dem Ball erklären kann. Er ist Weltmeister, amtierender Weltmeister sogar. Und trotzdem spielt er nicht so, als sei diese WM nur noch ein spätes Bonuskapitel.

Natürlich stellt man sich dann diese leicht absurde Frage: Warum spielt dieser Mann eigentlich in der MLS? Die Antwort ist wahrscheinlich genauso einfach wie unbefriedigend: weil er niemandem mehr etwas beweisen muss. Nicht Barcelona, nicht Paris, nicht Europa, nicht denen, die immer noch irgendwo einen Haken an seiner Karriere suchen. Messi hat seine größte Lücke vor vier Jahren geschlossen. Seitdem ist alles, was kommt, eigentlich Zugabe.

Mit seinen drei Treffern gegen Algerien hat Messi nun auch Miroslav Kloses WM-Rekord eingestellt. 16 Tore bei Weltmeisterschaften. Klose hat dafür weniger Turniere gebraucht, das muss man aus deutscher Sicht selbstverständlich erwähnen. Aber es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis Messi auch diese Marke hinter sich lässt. Und wenn schon jemand diesen Rekord bricht, dann wohl der beste Fußballer aller Zeiten. Damit kann man wahrscheinlich sogar als Miroslav Klose ganz gut leben.

Ganz ohne Diskussion ging dieser Abend allerdings nicht vorbei. Bei einem Foul von hinten an der Wade eines Algeriers blieb Messi ohne Karte, auch der VAR griff unverständlicherweise nicht ein. Eine Sperre für Messi bei dieser WM? Man darf zumindest vermuten, dass diese Vorstellung nicht unbedingt auf der Wunschliste der FIFA steht. Das ist überspitzt formuliert, klar. Schwer nachvollziehbar blieb die Entscheidung trotzdem.

Und ja, die anderen großen Namen haben ebenfalls geliefert. Kylian Mbappé traf doppelt gegen den Senegal, bei Weltmeisterschaften ohnehin längst in seinem eigenen Modus unterwegs. Erling Haaland feierte sein WM-Debüt mit Norwegen gegen den Irak ebenfalls mit zwei Toren. Das sind die Superstars der nächsten, beziehungsweise inzwischen längst aktuellen Generation. Nur stand am Ende dieser Nacht trotzdem wieder Messi im Mittelpunkt. Der Älteste unter ihnen. Derjenige, der eigentlich schon alles hinter sich haben müsste. Der, der dem Lauf der Zeit nicht entkommt, ihm aber erstaunlich hartnäckig widerspricht.

 
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