Ein 46-jähriger Niederländer steht seit fünf Monaten vor Gericht, weil er angeblich Teil einer kriminellen Bande war, die literweise flüssiges MDMA als Champagner getarnt verkauft haben soll. Eine verunreinigte Flasche führte zu einem Todesfall und mehreren Verletzten im Februar 2022 in Weiden.

Die Aussagen eines polnischen Hauptbelastungszeugen stehen im Zentrum der Anklage, doch dessen Glaubwürdigkeit ist zweifelhaft: Er fiel durch Erinnerungslücken und Widersprüche auf. Zuletzt erschien er nicht einmal zu seiner geplanten Videoaussage in Polen. Stattdessen erschien auf dem Bildschirm im Landgericht am Freitag eine Sprecherin des polnischen Gerichts. Sie informierte die Kammer, dass der Zeuge nicht erschienen sei. Staatsanwalt Christoph-Alexander May wollte von ihr wissen, ob die polnischen Behörden die Möglichkeit hätten, ihn zu einer Aussage zu zwingen. „Ja, wenn es um Verfahren vor polnischen Gerichten geht.“

Gerade wegen dieser unsicheren Beweislast kam der Angeklagte nach eineinhalb Jahren Untersuchungshaft frei, obwohl die Staatsanwaltschaft noch an den Vorwürfen festhält. Am Montag, 27. April, werden die Schlussplädoyers gehalten – ebenso wie das lange erwartete Urteil des Gerichts in Weiden.